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FILMBROSCHÜRE
Text Massimo Fagioli
Eine gelbgekleidete Frau, leere Räume, das Bild einer Frau, das ein Fantom scheint, eine klar wiedererkennbare Landstreicherin, die barfuß auf der Straße geht... aber dann sind da zwei Freiberufler, in ausdrücklicher Weise dargestellt, als konkrete Realität.
Vorher - und vielleicht danach - bewegen sich hinter dieser sozialen Identität Welten von Gefühlen, Beziehungen, von vagen, ungewissen, nächtlichen Geschichten, die Gefühle darstellen, Identitäten, Leidenschaften und ein Suchen; die von einer Szene zur anderen fliehen, in denen jede Situation unvollständig in der Schwebe bleibt.
Wenn wir die Darstellung nicht gerade kodifizieren, aber doch gewaltsam definieren wollen, so bemerken wir, daß hier vehement zwei Arten von Bildern vorgeschlagen werden, die wir so beschreiben können: das reale Bild einer barfüßigen Vagabundin, die ein jeder von uns auf der Straße treffen kann, und eine Erscheinung, die sich im Dunkeln der Gassen bewegt und so gekleidet ist, daß niemand behaupten kann, ihr begegnet zu sein.
Ein bekanntes Bild also, das im Gedächtnis aller enthalten ist und - wie der Film erzählt - zurückgelassen wurde, um die klare soziale Identität einer Architektin zu verwirklichen.
Sobald jedoch diese Identität, diese soziale Reife erreicht ist, taucht seltsamerweise ein Fantom wieder auf, Fantom einer Stimme, ein Schatten, das Bild eines Landstreichers, müde und hilfsbedürftig.
Das Wiederauftauchen von Fantasien und Gefühlen, die in der Vergangenheit begraben zu sein schienen oder in den Erinnerungen von Träumen, die jeden Morgen im Wachzustand ausgelöscht wurden.
Und sie sind kein Wahnsinn. In dieser Ungewißheit, Unbestimmtheit, dem mangelnden oder fehlenden Bezug zu den lebensnotwendigen Dingen liegt kein Wahnsinn, denn es ist die Suche, um etwas wiederzuerlangen, wiederzufinden, ohne das das Wohlbefinden, das Wohlergehen tödlich werden kann.
Die zivilisierten Normalen decken stets den Tisch. Die Landstreicherin und der Landstreicher hingegen speisen nie, sie streifen umher, gehen ohne Ziel und Zweck, bis sie vielleicht erkranken, weil sie nicht wie die Ameisen für die materielle Sicherheit gesorgt haben.
Es scheint, als habe die Hauptdarstellerin weder die Absicht noch Schuld, sich gegen die erreichte und gegebene Realität aufzulehnen. Die kurzen Anzeichen auf die furchtbare Todesdrohung durch das Nichts - "Seit ewig geh ich Milch und Kekse kaufen" - werden ohne Hoffnung gesagt, es folgt im Gegenteil eine sofortige Rückkehr zum geregelten Zusammenleben, das den Kopf vor plötzlicher Hitze bewahrt.
Aber sofort kehrt alles wieder, kehrt als ein seltsames Fantom in schwarzen Hosen, das ein sonderbares Laken oder Decke hinter sich schleift und dessen Bild ohne Grund verschwindet, um durch eine Folge anderer Erscheinungen ersetzt zu werden, die wer weiß woher kommen und in ihre Wohnung treten.
Aber in diesem Eindringen von Schatten oder Fantomen liegt die Entdeckung eines wiederholten "Ich liebe dich", das zu einem endlos langen Kuß führt. Er beschleunigt die Dinge hin zum Finale, Stück um Stück von einem Mann erzählt, dem es gelang, eine Beziehung zu einer Frau zu verwirklichen, die ebenso notwendig wie andererseits schmerzhaft und unmöglich ist.
Er sagt, daß es nicht anders sein kann, daß ein Mann sich zu einer Frau nur so verhalten kann: eine Frau, die anders und verliebt ist, kann es dem Mann niemals gestatten, sich selbst zu sein.
Er erzählt vom Verlassen, während sich in der Ferne das Bild der Frau abzeichnet. Sie setzt ihren Weg fort, der sich im Unendlichen verliert, während auch der andere, jener Schatten, der sie verführt hatte, sich nunmehr in einem hoffnungslosen Weinen rollt, das in dem gleichen unbestimmten Finale verschwindet, in dem sich das Bild der Frau verliert.
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