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Die Musik ist ein weiteres Kapitel in diesem Erstlingswerk von Massimo Fagioli, das noch der Untersuchung harrt. Ist sie selbst Bild/Vorstellung oder soll sie den Inhalt der filmischen Bilder ausdrücken? Begleitmusik, musikalische Erläuterung ist sie sicherlich nicht. Die teils nervösen, teils sinnlich ergreifenden Musikstücke sind das Ergebnis der Zusammenarbeit mit dem Musiker Enrico Pieranunzi. Einer absolut unüblichen, frontalen Form der Zusammenarbeit zwischen dem Autor des Films, einem Psychiater, und einem nicht nur in Italien bekannten Jazzpianisten (vor kurzem in Frankreich als bester europäischer Solist ausgezeichnet), der stets zu Experimenten und neuen Abenteuern bereit ist: sehr gelungen, unter anderem, seine Arrangements für Stimme und Klavier in dem 1997 erschienenen Album "Ma l'amore no" mit der Jazzsängerin Ada Montellanico als Solistin. Mit "Mondhimmel" hat sich Pieranunzi auf eine haarsträubende Situation eingelassen: Er mußte die vom Regisseur, der zugegebenerweise nichts von Musik versteht, suggerierten Klänge in sich aufnehmen und sie instrumental verwirklichen. Das ist ihm bestens gelungen: &laqno;Wenn irgendjemand noch grössere Fähigkeiten als die Hauptdarstellerin an den Tag gelegt hat, dann ist das Pieranunzi», erklärte Fagioli anläßlich der Premiere des Films beim Filmfestspiel Adriaticocinema, &laqno;weil es bei seiner Arbeit nicht um visuelle Bilder, sondern um Töne und Klänge geht. Was ihm mit dem Klang der Musik gelang, ist vielleicht noch schwieriger zu erreichen als die schauspielerische Darstellung. » Um was es geht, sind also keine konkreten bildlichen Darstellungen, die auf die Leinwand projiziert werden können, sondern unsichtbare Vorstellungen, die im Klang der Geige oder Harfe verborgen sind. Man braucht nicht nur geschickte Hände, sondern &laqno;auch den Kopf und seine ganzen menschlichen Fähigkeiten», so Fagioli, &laqno;um diese verrückte Abhängigkeit zu verwirklichen, eine totale Passivität und Unterordnung einem "Primitiven" wie mir gegenüber, der ich nie Musik studiert habe.» Es sei Pieranunzi gelungen, &laqno;nicht meinem bewußten Verstand, sondern meiner Fantasie zu folgen», d.h. sich unbewußt dem zu öffnen, was der andere vorschlug. Das Resultat dieser Hingabe ohne Rückfrage? Sicherlich eine beeindruckende
schöpferische Leistung. |